Mediathek
Getreu Bubers Philosophie, dass „alles wirkliche Leben Begegnung ist“, öffnen wir die Türen unseres Hauses weit über die physischen Mauern hinaus: Unsere Vision ist es, das Erbe der Familie Buber durch digitale Materialien für kommende Generationen zugänglich, nahbar und erlebbar zu machen. Dabei ist die Digitalisierung für uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug der Verständigung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, das Martin-Buber-Haus als hybriden Lern- und Begegnungsort weiterzuentwickeln.
Unter dieser Prämisse haben wir beispielsweise im Rahmen des bundesweiten Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ (2021) mit Unterstützung des Vereins 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. und des Bundesministeriums des Innern das Projekt „Besuch bei Bubers“ durchgeführt.
Unser Ziel war und ist es, jüdische Geschichte nicht nur als abstraktes Wissen zu vermitteln, sondern sie sichtbar und fühlbar zu machen. Wir zeigen die Familie Buber während ihrer Heppenheimer Zeit (1916–1938) als Menschen mit Träumen, Projekten und Gefühlen – eine Perspektive, die Vorurteile abbaut und Empathie schafft.
Bürgerinnen und Bürger der Region haben in Kooperation mit Antenne Bergstraße e.V. Bubers Texte zum Leben erweckt. Was als Sondersendung begann, ist heute als dauerhaftes Podcast-Projekt verfügbar.
Ganz besonders liegt uns unser hauseigener Kurzfilm „Bubers Katze“ am Herzen. Er erzählt die Geschichte des Hauses aus einer ganz besonderen Perspektive – der des Familienkaters. Ein spielerischer Zugang, der zeigt, dass Tradition auch modern und unterhaltsam sein kann.
Podcast:
„Bergsträßer lesen Buber“
Um die Erfahrungen und Lebensgeschichten der Familie Buber hörbar zu machen, haben wir gemeinsam mit Antenne Bergstraße e.V. Bürgerinnen und Bürger der Region – Menschen, die hier leben oder gelebt haben – eingeladen, unter dem Motto „Bergsträßer lesen Buber“ ausgewählte Textpassagen von Martin Buber einzusprechen.
Aus dieser Zusammenarbeit entstand zunächst eine „Martin-Buber-Sendung“, die während der Sendewoche vom 25. September bis 3. Oktober 2021 ausgestrahlt wurde. Die Stimmen der Bergsträßerinnen und Bergsträßer geben Bubers Texten dabei eine persönliche und unmittelbare Nähe.
Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit Dieter Wagner von „Antenne Bergstraße“ ein anspruchsvolles Podcast-Projekt entwickelt. Es macht Bubers Gedanken, Texte und seine Verbindung zur Region auch über die ursprüngliche Sendewoche hinaus zugänglich und lädt dazu ein, sich auf neue Weise mit seinem Leben und Wirken auseinanderzusetzen.
„Bergsträßer lesen Buber“ – Stimmen aus der Region machen Bubers Gedanken lebendig und hörbar.
Film: "Bubers Katze"
Unser animierter Kurzfilm „Bubers Katze“ erzählt die Geschichte des Hauses in Heppenheim und der Familie Buber aus einer ganz besonderen Perspektive: der des Familienkaters.
Mit einem spielerischen und zugleich liebevollen Blick eröffnet der Film einen ungewöhnlichen Zugang zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. Der Kater wird dabei zum stillen Beobachter des familiären Lebens und lässt vergangene Zeiten auf unterhaltsame Weise lebendig werden.
Entstanden ist der Kurzfilm anlässlich des Projektjahres „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Er verbindet historische Inhalte mit einer modernen, leicht zugänglichen Erzählform und lädt dazu ein, die Geschichte der Familie Buber aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Geschichte einmal mit den Augen einer Katze betrachtet.
Vortrag von Dr. Isabell Fries: "Mut zum Unpopulären. Martin Bubers geistiger Widerstand als Impuls für die Gegenwart"
Angesichts wachsender rechtsextremer Tendenzen, zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und einer schwindenden Fähigkeit zum Dialog stellt sich heute dringlicher denn je die Frage, was geistiger Widerstand bedeuten kann. Martin Buber (1878–1965) begegnete den Kollektiven und Ideologien seiner Zeit mit einer Haltung der persönlichen Verantwortung: individuelle Entscheidung statt Mitläufertum, echte Beziehung statt Massenerlebnis und gemeinsames Ringen um Verständigung statt Vereinheitlichung.
Der Vortrag von Dr. Isabell Fries gibt einen Einblick in Bubers dialogphilosophisches Denken und geht der Frage nach, welche Impulse daraus für unser eigenes Handeln in der Gegenwart entstehen können. Im Mittelpunkt steht dabei Bubers Verständnis des Dialogs als Weg zu echter Begegnung und Verständigung – gerade in einer Zeit, die von Fragmentierung, Polarisierung und Entfremdung geprägt ist.
Vorträge wie dieser sind ein wichtiger Bestandteil unserer Bildungsarbeit. Sie eröffnen Raum für die Auseinandersetzung mit Bubers Denken und tragen dazu bei, seine philosophischen Impulse in die Gegenwart zu übersetzen und für aktuelle gesellschaftliche Fragen fruchtbar zu machen.
Bubers Denken als Impuls für Begegnung, Verantwortung und Verständigung.
Wir danken Dr. Isabell Fries herzlich für die Aufzeichnung und die Möglichkeit, diesen Vortrag in unserer Mediathek zugänglich zu machen.
Ausstellung „Who is MB?“
Unsere Wanderausstellung lädt dazu ein, Leben und Denken des jüdischen Philosophen, Religionswissenschaftlers und Dialogdenkers Martin Buber (1878–1965) kennenzulernen. Auf zwölf Roll-ups vermittelt sie einen kompakten und zugleich anschaulichen Einblick in wichtige Stationen seines Lebens, sein dialogphilosophisches Denken und seine Bedeutung für die Begegnung zwischen Menschen, Religionen und Kulturen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was es bedeutet, dem Anderen wirklich zu begegnen. Bubers Gedanken eröffnen Perspektiven auf Verständigung, gegenseitigen Respekt und einen lebendigen Dialog – Themen, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Die Ausstellung möchte Bubers Denken aus dem Martin-Buber-Haus hinaus in die Welt tragen und Räume für Begegnung und Auseinandersetzung schaffen. Sie kann für Veranstaltungen, Bildungseinrichtungen und andere geeignete Orte ausgeliehen werden.
Martin Buber kennenlernen – Dialog verstehen – Begegnung ermöglichen.
Sie haben Interesse an unserer Wanderausstellung oder möchten sie für Ihre Veranstaltung oder Einrichtung ausleihen? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Kontakt: mbh@iccj.org



