
| Thema: 60 Jahre Staat Israel – und immer noch kein Frieden
| Inhalte
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Des einen Freud ist des anderen Leid...
Wir gratulieren dem Staat Israel
zum 60. Geburtstag! Doch sind
wir mit Martin Buber überzeugt,
dass es möglich sein müsse, einen
Ausgleich zwischen den berechtigten
Ansprüchen der zwei
Völker zu finden, weil sie dieses
Land lieben und an seine Zukunft
glauben. „Wo Glaube und
Liebe sind, kann auch ein anscheinend
tragischer Widerspruch
zur Lösung gelangen."
Wir versuchen, uns der schwierigen
Thematik Israel/Palästina aus verschiedenen
Perspektiven erneut zu
nähern. Leider werden diese Diskussionen
inzwischen häufig nur
noch emotional geführt. Allein
durch genaues Zuhören können
bisherige Wahrnehmungen überprüft
und Urteilsbildungen weiter
differenziert werden.
Igal Avidan
Der israelische Journalist lebt seit
gut 20 Jahren in Berlin. Anlässlich
der 60jährigen Staatsgründung Israels
unternimmt er in seinem Buch
den Versuch, die Entstehung dieses
Landes, die Zerrissenheit, in
der Israelis und Palästinenser leben,
aber auch die Vielfalt dieser
Gesellschaft zu beschreiben. Gerade
wegen der tiefen Gräben ist
eine Stärke des Buches, dass beide
Seiten zu Wort kommen.
Siehe Lesung am 10.09.08
Alex G. Elsohn
Der Leiter der Europaabteilung von Givat
Haviva berichtet über Erfahrungen
und Visionen aus dem jüdischarabischen
Dialog in Israel. Givat Haviva
ist die älteste und größte Bildungsund
Begegnungsstätte im Bereich jüdisch-
arabischer Verständigung in Israel.
Sie engagiert sich aktiv für eine friedliche
und tolerante Gesellschaft.
Siehe Vortrag am 16/17.09.08
Martin Schäuble
Der junge deutsche, in Berlin lebende,
Journalist recherchierte eineinhalb Jahre
auf israelischer und palästinensischer
Seite. Dabei sprach er mit Menschen,
für die der Konflikt zum Alltag geworden
ist. Als Grenzgänger und Beobachter
stellte er bald fest, wie wenig Israelis
und Palästinenser voneinander wissen.
Ihre leidvolle Geschichte wird aus der
Sicht der Menschen erzählt, die sie erleben.
Siehe Lesung am 22.10.08
Dr. Sumaya Farhat-Naser
Die evangelisch-lutherische Christin aus
Birseit bei Jerusalem liest aus ihrem
neuen Buch – dem Tagebuch aus Palästina.
Sie berichtet u.a. von ihrem Alltag
in einem besetzten Land, dem
Schicksal ihrer Familie, ihrer Friedensarbeit
in Schulen und Frauengruppen
und von gefährlichen Auseinandersetzungen
mit Israelis an den Checkpoints.
Siehe Lesung am 19.11.08
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Editoral DENKmal, Jahreskonferenz des
ICCJ; Generalsekretär | Seite 2
| Veranstaltungsrückblick Dialog mit dem Publikum | Seite 3
| Neue Kooperationen In Heidelberg und Heppenheim |
Seite 3
| Veranstaltungen Gesamtübersicht | Seite 4
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Religiöse Festtage 2.Hj. 2008
Jüdische Feste 5769
- 30.09../01.10. Rosch HaShana
5769 (Neujahr)
09.10. Jom Kippur
(Versöhnungstag)
14.-20.10. Sukkoth
(Laubhüttenfest)
21.10 Simchat Thora
(Thora-Freudenfest)
22.12.-29.12. Chanukka
(Lichterfest)
Islamische Feste 1429/1430
- 30.07. Mohammeds Himmelfahrt
01.09.-30.09 Ramadan (Fasten)
01.-03.10. Id al-Fitr
(Fest des Fastenbrechens)
29.12. Muharam, Neujahr 1430
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Editorial: Neuigkeiten aus dem Martin-Buber-Haus
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Martin-Buber-Hauses
und des Internationalen Rates der Christen und Juden,
mit dem heutigen Rundbrief aus
dem Martin-Buber-Haus möchte ich
Ihnen das Programm des Internationalen
Rats der Christen und Juden
für das zweite Halbjahr 2008 vorstellen.
Das Thema „60 Jahre Staat Israel“
mit seinen politischen und gesellschaftlichen
Realitäten wird uns
in den nächsten Monaten beschäftigen.
Wir freuen uns besonders über
die Kooperationen, die zu den einzelnen
Veranstaltungen zustande
gekommen sind.
Siehe Thema Titelseite
DENKmal...
„Tag des offenen Denkmals“
Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag
im September historische Bauten
und Stätten, die sonst nicht oder
nur teilweise zugänglich sind, ihre
Türen öffnen, dann sind Millionen
von Architektur- und Geschichtsliebhaber/
innen zu Streifzügen in die
Vergangenheit eingeladen. "Geschichte
zum Anfassen", das bietet
der Denkmaltag den Besucher/innen
in einmaliger Weise.
Wie in den vorangegangenen Jahren
beteiligt sich auch das Martin-
Buber-Haus wieder am bundesweiten
Tag des offenen Denkmals. Das
Motto des diesjährigen Tages lautet
„Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie
und Bauforschung“. Das
Martin-Buber-Haus ist für Sie am
Sonntag, dem 14. September, von
11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Um
11.00 und um 14.00 Uhr sind Sie zu
Führungen im Haus und in der Martin
Buber-Ausstellung herzlich eingeladen.
Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten einzelner Denkmäler
finden Sie über die Suchmaschine
auf der Internetseite
www.tag-des-offenen-denkmals.de.
Die Zeitung zum „Tag des offenen Denkmals“
in Hessen bietet ausführliche Informationen
und Artikel zum Thema. Sie kann
kostenlos vormittags im Martin-Buber-
Haus abgeholt werden.
Siehe Programm Seite 4
Jahreskonferenz des ICCJ in Israel:
Ist Religion gut für den Frieden?
In diesem Jahr fand die Jahreskonferenz
des Internationalen Rates der Christen und
Juden (ICCJ) Ende Juni in einem Konferenzzentrum
am Rande Jerusalems statt.
Das Thema lautete: „The Contribution of
Jewish-Christian-Muslim Dialogue to Peace-
Building in the Middle East“ / “Der Beitrag
des jüdisch-christlich-muslimischen
Dialogs zum Frieden im Nahen Osten”.
170 Teilnehmer/innen aus 30 Ländern beschäftigten
sich vier Tage lang mit „der
Theologie des Heiligen Landes“, „dem Einfluss
des israelisch-palästinensischen Konflikts
auf die christlich-jüdischen Beziehungen“,
„der Rolle der Religion und der Glaubensgemeinschaften
im Konflikt“ und „der
Religion als Quelle der Versöhnung“. Neu
waren Workshops in Form von Ausflügen,
auf denen sich die Teilnehmer/innen ein
Bild von den vorherrschenden Sensibilitäten
und den verschiedenen Friedensinitiativen
machen konnten. Über diese Art der
Versöhnungsarbeit wird in der internationalen
Presse und anderen Medien selten berichtet.
“Vor Ort“ konnten die Teilnehmer-
/innen die verschiedenen Erfahrungsberichte
der Dialogpartner hören, wie z.B.
von Kindern, Studierenden und alteingesessenen
Jerusalemer Bürger/innen.
Präsenz des Generalsekretärs im Martin-
Buber-Haus
Zur Intensivierung der internationalen Arbeit
des Internationalen Rates der Christen
und Juden wurde das Deputat des Generalsekretärs,
Pastor Dick Pruiksma, aufgestockt.
Pastor Pruiksma wird zukünftig etwa
zwei Wochen statt bisher
nur eine Woche im Monat im
Martin-Buber-Haus präsent
sein. Das bietet ihm natürlich
auch Gelegenheit, Kontakte
und Zusammenarbeit
in der Region zu pflegen.
Zum neuen Jahr
Die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Martin-
Buber-Hauses und des Internationalen
Rates der
Christen und Juden wünschen
Ihnen und Ihren Familien
ein gesegnetes neues
Jahr 5769 und 1430.
Veranstaltungsrückblick: Predigt und Derascha
Christliches Predigen im Dialog mit dem Publikum
Die Veranstaltungsreihe „Christliches Predigen im Dialog
mit dem Judentum“ war ein voller Erfolg. Mit bemerkenswerter
Bibelkenntnis wurde angeregt diskutiert. Die gemeinsame
Arbeit am Predigttext machte „Frontalveranstaltungen“
zu Dialogen zwischen den sachkundigen
Pfarrer/innen und den wissbegierigen Teilnehmer-/innen.
Über die reine Wissensvermittlung hinaus wurden individuelle
Erkenntnisprozesse angestoßen. Diese äußerten
sich z.B. in Worten wie: „Sie werfen ja mein ganzes
Weltbild durcheinander!“ Ja, gern, denn hier erstaunte
die Charakterisierung Gottes als liebenswerter, vertrauensvoller
Begleiter seines Volkes. Was nicht ins Bild
passte, der Text steht im Alten Testament nicht im NT.
Pfarrer Pieper sagt in seiner Predigt über den Perikopentext
5. Mose, 6, 4-9, das Schma Israel als Jüdisches
Glaubensbekenntnis: „Er erinnert uns daran, dass neben
uns die jüdische Gemeinschaft diese Worte schon viel
länger hört als wir. Sie sind die ersten Adressaten dieser
Aufforderung zum Hören. Und dann, dass diese Worte
bis heute im Zentrum des jüdischen Lebens stehen.
Wir sind die zweiten Adressaten dieser Worte. – Das
haben wir über Jahrhunderte lang nicht so gesehen.
Und bis heute gibt es Christen, die meinen glauben
zu müssen, die Kirche hätte das Judentum abgelöst.
Es gäbe seit Jesus Christus nur noch einen Adressaten
dieser Worte - und dieser Adressat wäre die
Kirche. – Da haben wir nun aber im christlichjüdischen
Dialog seit einigen Jahrzehnten auch in
der Begegnung mit Juden gelernt, das Judentum zu
respektieren mitsamt seiner höchst eigenständigen
Gottesbeziehung. Wir haben gelernt, dass wir als
Kirche von Anfang an neben die jüdische Gemeinschaft
gestellt sind. Wir sind nicht die alleinigen Hörer
der Bibel. Sie wird vor uns und neben uns von
Jüdinnen und Juden gelesen und gehört.“
Der Predigttext kann im Martin-Buber-Haus abgeholt werden.
| Kooperationen in Heidelberg
| Kooperation in Heppenheim
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Dialog durch regionale Vernetzung
Die Stadt Heidelberg fördert seit vielen Jahren die Arbeit des Internationalen
Rats der Christen und Juden im Martin-Buber-Haus
in Heppenheim. In gemeinsamer Kooperation finden seit einem
Jahr Vorträge zum interreligiösen Dialog in lockerer Folge in Heidelberg
statt. Seit Anfang dieses Jahres ist mit der Gesellschaft
für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein weiterer Kooperationspartner
vor Ort in Heidelberg hinzugekommen. Der ICCJ ist
erfreut über die weitere regionale Vernetzung. Im Dachverband
Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-
Jüdische Zusammenarbeit (DKR) haben sich in Deutschland
mehr als 80 lokale und regionale Gesellschaften für Christlich-
Jüdische Zusammenarbeit mit derzeit ca. 20.000 Mitgliedern zusammengeschlossen.
Sie setzen sich für den jüdisch-christlichen
Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden
sowie für die Aufarbeitung des Holocaust ein. Der DKR wurde am
10. November 1949 gegründet und hat seinen Sitz in Bad Nauheim.
Er ist die deutsche Mitgliedsorganisation des ICCJ.
Im September spricht Alex G. Elsohn, Europarepräsentant von
Givat Haviva, über den Konflikt im jüdisch-arabischen Dialog.
Dieselbe Veranstaltung wird an zwei aufeinander folgenden Tagen
in Heidelberg und im Martin-Buber-Haus in Heppenheim
stattfinden.
Siehe Vortrag am 16./17.09.08
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Heppenheim liest ein Buch
Im Jahre 2006 kamen Heppenheimer Lese-
Enthusiasten auf die Idee, es anderen deutschen
Städten gleich zu tun und auch Heppenheim
zu einem Leseereignis zu verhelfen.
Angesprochen waren alle Lesefreudigen
dieser Stadt einschließlich der Schüler-
/innen der Sekundarstufen. Eine Stadt leistet
sich ein literarisches Gemeinschaftserlebnis.
Eine Stadt liest - innerhalb eines bestimmten
Zeitraumes - gemeinsam ein Buch. Zu diesem
Buch werden verschiedene Aktionen
geplant. Der Favorit für 2008 ist Die Attentäterin
von Yasmina Khadra. Da die fiktive
„Attentäterin“ eine palästinensische Frau ist,
die in Tel Aviv einen Anschlag als Selbstmordattentäterin
verübt, wurde das Martin-
Buber-Haus um eine gemeinsame Veranstaltung
gebeten. Die Lesung von Igal Avidan,
„Israel – ein Staat sucht sich selbst“,
soll den Leser/innen Hintergrundinformationen
zur gesellschaftlichen und politischen
Situation in Israel vermitteln.
Siehe Vortrag am 10.09.08
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Martin-Buber-Haus Veranstaltungsreihe 2. Halbjahr 2008
.pdf version
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