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Rundbrief
August 2008

Veranstaltungen
2. Halbjahr 2008

MARTIN-BUBER-HAUS

INTERNATIONALER RAT
DER CHRISTEN UND JUDEN e.V.

Werléstraße 2, 64646 Heppenheim,
Tel. 06252/93120, Fax. 68331
eMail Postmaster@Martin-Buber-Haus.de
www.Martin-Buber-Haus.de

Thema: 60 Jahre Staat Israel – und immer noch kein Frieden Inhalte

Des einen Freud ist des anderen Leid...

Wir gratulieren dem Staat Israel zum 60. Geburtstag! Doch sind wir mit Martin Buber überzeugt, dass es möglich sein müsse, einen Ausgleich zwischen den berechtigten Ansprüchen der zwei Völker zu finden, weil sie dieses Land lieben und an seine Zukunft glauben. „Wo Glaube und Liebe sind, kann auch ein anscheinend tragischer Widerspruch zur Lösung gelangen."

Wir versuchen, uns der schwierigen Thematik Israel/Palästina aus verschiedenen Perspektiven erneut zu nähern. Leider werden diese Diskussionen inzwischen häufig nur noch emotional geführt. Allein durch genaues Zuhören können bisherige Wahrnehmungen überprüft und Urteilsbildungen weiter differenziert werden.

Igal Avidan
Der israelische Journalist lebt seit gut 20 Jahren in Berlin. Anlässlich der 60jährigen Staatsgründung Israels unternimmt er in seinem Buch den Versuch, die Entstehung dieses Landes, die Zerrissenheit, in der Israelis und Palästinenser leben, aber auch die Vielfalt dieser Gesellschaft zu beschreiben. Gerade wegen der tiefen Gräben ist eine Stärke des Buches, dass beide Seiten zu Wort kommen.

Siehe Lesung am 10.09.08

Alex G. Elsohn
Der Leiter der Europaabteilung von Givat Haviva berichtet über Erfahrungen und Visionen aus dem jüdischarabischen Dialog in Israel. Givat Haviva ist die älteste und größte Bildungsund Begegnungsstätte im Bereich jüdisch- arabischer Verständigung in Israel. Sie engagiert sich aktiv für eine friedliche und tolerante Gesellschaft.

Siehe Vortrag am 16/17.09.08

Martin Schäuble
Der junge deutsche, in Berlin lebende, Journalist recherchierte eineinhalb Jahre auf israelischer und palästinensischer Seite. Dabei sprach er mit Menschen, für die der Konflikt zum Alltag geworden ist. Als Grenzgänger und Beobachter stellte er bald fest, wie wenig Israelis und Palästinenser voneinander wissen. Ihre leidvolle Geschichte wird aus der Sicht der Menschen erzählt, die sie erleben.

Siehe Lesung am 22.10.08

Dr. Sumaya Farhat-Naser
Die evangelisch-lutherische Christin aus Birseit bei Jerusalem liest aus ihrem neuen Buch – dem Tagebuch aus Palästina. Sie berichtet u.a. von ihrem Alltag in einem besetzten Land, dem Schicksal ihrer Familie, ihrer Friedensarbeit in Schulen und Frauengruppen und von gefährlichen Auseinandersetzungen mit Israelis an den Checkpoints.

Siehe Lesung am 19.11.08
 
Editoral
DENKmal, Jahreskonferenz des ICCJ; Generalsekretär
Seite 2

Veranstaltungsrückblick
Dialog mit dem Publikum
Seite 3

Neue Kooperationen
In Heidelberg und Heppenheim
Seite 3

Veranstaltungen
Gesamtübersicht
Seite 4

 

Religiöse Festtage 2.Hj. 2008

Jüdische Feste 5769

30.09../01.10. Rosch HaShana 5769 (Neujahr)
09.10. Jom Kippur (Versöhnungstag)
14.-20.10. Sukkoth (Laubhüttenfest)
21.10 Simchat Thora (Thora-Freudenfest)
22.12.-29.12. Chanukka (Lichterfest)

Islamische Feste 1429/1430

30.07. Mohammeds Himmelfahrt
01.09.-30.09 Ramadan (Fasten)
01.-03.10. Id al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
29.12. Muharam, Neujahr 1430

Editorial: Neuigkeiten aus dem Martin-Buber-Haus

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Martin-Buber-Hauses
und des Internationalen Rates der Christen und Juden,

mit dem heutigen Rundbrief aus dem Martin-Buber-Haus möchte ich Ihnen das Programm des Internationalen Rats der Christen und Juden für das zweite Halbjahr 2008 vorstellen. Das Thema „60 Jahre Staat Israel“ mit seinen politischen und gesellschaftlichen Realitäten wird uns in den nächsten Monaten beschäftigen. Wir freuen uns besonders über die Kooperationen, die zu den einzelnen Veranstaltungen zustande gekommen sind.

Siehe Thema Titelseite

DENKmal...
„Tag des offenen Denkmals“
Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhaber/ innen zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. "Geschichte zum Anfassen", das bietet der Denkmaltag den Besucher/innen in einmaliger Weise.

Wie in den vorangegangenen Jahren beteiligt sich auch das Martin- Buber-Haus wieder am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Das Motto des diesjährigen Tages lautet „Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung“. Das Martin-Buber-Haus ist für Sie am Sonntag, dem 14. September, von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Um 11.00 und um 14.00 Uhr sind Sie zu Führungen im Haus und in der Martin Buber-Ausstellung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Öffnungszeiten einzelner Denkmäler finden Sie über die Suchmaschine auf der Internetseite www.tag-des-offenen-denkmals.de. Die Zeitung zum „Tag des offenen Denkmals“ in Hessen bietet ausführliche Informationen und Artikel zum Thema. Sie kann kostenlos vormittags im Martin-Buber- Haus abgeholt werden.

Siehe Programm Seite 4

Jahreskonferenz des ICCJ in Israel:
Ist Religion gut für den Frieden?
In diesem Jahr fand die Jahreskonferenz des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ) Ende Juni in einem Konferenzzentrum am Rande Jerusalems statt. Das Thema lautete: „The Contribution of Jewish-Christian-Muslim Dialogue to Peace- Building in the Middle East“ / “Der Beitrag des jüdisch-christlich-muslimischen Dialogs zum Frieden im Nahen Osten”. 170 Teilnehmer/innen aus 30 Ländern beschäftigten sich vier Tage lang mit „der Theologie des Heiligen Landes“, „dem Einfluss des israelisch-palästinensischen Konflikts auf die christlich-jüdischen Beziehungen“, „der Rolle der Religion und der Glaubensgemeinschaften im Konflikt“ und „der Religion als Quelle der Versöhnung“. Neu waren Workshops in Form von Ausflügen, auf denen sich die Teilnehmer/innen ein Bild von den vorherrschenden Sensibilitäten und den verschiedenen Friedensinitiativen machen konnten. Über diese Art der Versöhnungsarbeit wird in der internationalen Presse und anderen Medien selten berichtet. “Vor Ort“ konnten die Teilnehmer- /innen die verschiedenen Erfahrungsberichte der Dialogpartner hören, wie z.B. von Kindern, Studierenden und alteingesessenen Jerusalemer Bürger/innen.

Präsenz des Generalsekretärs im Martin- Buber-Haus
Zur Intensivierung der internationalen Arbeit des Internationalen Rates der Christen und Juden wurde das Deputat des Generalsekretärs, Pastor Dick Pruiksma, aufgestockt. Pastor Pruiksma wird zukünftig etwa zwei Wochen statt bisher nur eine Woche im Monat im Martin-Buber-Haus präsent sein. Das bietet ihm natürlich auch Gelegenheit, Kontakte und Zusammenarbeit in der Region zu pflegen.

Zum neuen Jahr
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Martin- Buber-Hauses und des Internationalen Rates der Christen und Juden wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes neues Jahr 5769 und 1430.

Veranstaltungsrückblick: Predigt und Derascha

Christliches Predigen im Dialog mit dem Publikum

Die Veranstaltungsreihe „Christliches Predigen im Dialog mit dem Judentum“ war ein voller Erfolg. Mit bemerkenswerter Bibelkenntnis wurde angeregt diskutiert. Die gemeinsame Arbeit am Predigttext machte „Frontalveranstaltungen“ zu Dialogen zwischen den sachkundigen Pfarrer/innen und den wissbegierigen Teilnehmer-/innen. Über die reine Wissensvermittlung hinaus wurden individuelle Erkenntnisprozesse angestoßen. Diese äußerten sich z.B. in Worten wie: „Sie werfen ja mein ganzes Weltbild durcheinander!“ Ja, gern, denn hier erstaunte die Charakterisierung Gottes als liebenswerter, vertrauensvoller Begleiter seines Volkes. Was nicht ins Bild passte, der Text steht im Alten Testament nicht im NT. Pfarrer Pieper sagt in seiner Predigt über den Perikopentext 5. Mose, 6, 4-9, das Schma Israel als Jüdisches Glaubensbekenntnis: „Er erinnert uns daran, dass neben uns die jüdische Gemeinschaft diese Worte schon viel länger hört als wir. Sie sind die ersten Adressaten dieser Aufforderung zum Hören. Und dann, dass diese Worte bis heute im Zentrum des jüdischen Lebens stehen. Wir sind die zweiten Adressaten dieser Worte. – Das haben wir über Jahrhunderte lang nicht so gesehen. Und bis heute gibt es Christen, die meinen glauben zu müssen, die Kirche hätte das Judentum abgelöst. Es gäbe seit Jesus Christus nur noch einen Adressaten dieser Worte - und dieser Adressat wäre die Kirche. – Da haben wir nun aber im christlichjüdischen Dialog seit einigen Jahrzehnten auch in der Begegnung mit Juden gelernt, das Judentum zu respektieren mitsamt seiner höchst eigenständigen Gottesbeziehung. Wir haben gelernt, dass wir als Kirche von Anfang an neben die jüdische Gemeinschaft gestellt sind. Wir sind nicht die alleinigen Hörer der Bibel. Sie wird vor uns und neben uns von Jüdinnen und Juden gelesen und gehört.“

Der Predigttext kann im Martin-Buber-Haus abgeholt werden.

Kooperationen in Heidelberg Kooperation in Heppenheim

Dialog durch regionale Vernetzung

Die Stadt Heidelberg fördert seit vielen Jahren die Arbeit des Internationalen Rats der Christen und Juden im Martin-Buber-Haus in Heppenheim. In gemeinsamer Kooperation finden seit einem Jahr Vorträge zum interreligiösen Dialog in lockerer Folge in Heidelberg statt. Seit Anfang dieses Jahres ist mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein weiterer Kooperationspartner vor Ort in Heidelberg hinzugekommen. Der ICCJ ist erfreut über die weitere regionale Vernetzung. Im Dachverband Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit (DKR) haben sich in Deutschland mehr als 80 lokale und regionale Gesellschaften für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit mit derzeit ca. 20.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Sie setzen sich für den jüdisch-christlichen Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden sowie für die Aufarbeitung des Holocaust ein. Der DKR wurde am 10. November 1949 gegründet und hat seinen Sitz in Bad Nauheim. Er ist die deutsche Mitgliedsorganisation des ICCJ.

Im September spricht Alex G. Elsohn, Europarepräsentant von Givat Haviva, über den Konflikt im jüdisch-arabischen Dialog. Dieselbe Veranstaltung wird an zwei aufeinander folgenden Tagen in Heidelberg und im Martin-Buber-Haus in Heppenheim stattfinden.

Siehe Vortrag am 16./17.09.08

Heppenheim liest ein Buch

Im Jahre 2006 kamen Heppenheimer Lese- Enthusiasten auf die Idee, es anderen deutschen Städten gleich zu tun und auch Heppenheim zu einem Leseereignis zu verhelfen. Angesprochen waren alle Lesefreudigen dieser Stadt einschließlich der Schüler- /innen der Sekundarstufen. Eine Stadt leistet sich ein literarisches Gemeinschaftserlebnis. Eine Stadt liest - innerhalb eines bestimmten Zeitraumes - gemeinsam ein Buch. Zu diesem Buch werden verschiedene Aktionen geplant. Der Favorit für 2008 ist Die Attentäterin von Yasmina Khadra. Da die fiktive „Attentäterin“ eine palästinensische Frau ist, die in Tel Aviv einen Anschlag als Selbstmordattentäterin verübt, wurde das Martin- Buber-Haus um eine gemeinsame Veranstaltung gebeten. Die Lesung von Igal Avidan, „Israel – ein Staat sucht sich selbst“, soll den Leser/innen Hintergrundinformationen zur gesellschaftlichen und politischen Situation in Israel vermitteln.

Siehe Vortrag am 10.09.08

 


Martin-Buber-Haus Veranstaltungsreihe 2. Halbjahr 2008

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