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Rundbrief
August 2007

Veranstaltungen
2. Halbjahr 2007

MARTIN-BUBER-HAUS

INTERNATIONALER RAT
DER CHRISTEN UND JUDEN e.V.

Werléstraße 2, 64646 Heppenheim,
Tel. 06252/93120, Fax. 68331
eMail Postmaster@Martin-Buber-Haus.de
www.Martin-Buber-Haus.de

Thema: Jüdische Einwanderung in Deutschland Inhalte

Das kleine Wunder einer grossen Einwanderung

Seit Ende der Achtziger Jahre kommen jüdische Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Die Aufnahme in die Bundesrepublik Deutschland ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: Jüdische Abstammung/ Bekenntnis, Deutschkenntnisse, Integrationsprognose und Aufnahmemöglichkeit in einer jüdischen Gemeinde.
Das Thema „jüdische Einwanderung“ hat viele Facetten. Zunächst könnten Überlegungen nach der gesellschaftspolitischen Verantwortung des deutschen Staats gegenüber bedroht lebenden Juden angestellt werden. Die politischen Regelungen zu Aufnahmevoraussetzungen und Kontingenten werden je nach „politischer Großwetterlage“ verändert. Die halachische Frage „Wer ist Jude?“ bleibt dabei nicht unberührt. Welche Implikationen bringt die Einwanderung für die jüdischen Gemeinden in Deutschland? Sind sie ihr einziger Wachstumsgarant auch wenn weniger als die Hälfte der Einwanderer überhaupt nur Mitglied werden? Welches gesellschaftliche Potenzial steckt in diesen Menschen? Welche persönlichen Schicksale stehen dahinter? In zwei Veranstaltungen werden diese Fragen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Dr. Irene Runge
Dass viele Juden aus der ehemaligen Sowjetunion einwandern konnten, ist auch ein Verdienst von Frau Dr. Irene Runge. Als Gründungsmitglied "Jüdischer Kulturverein Berlin" saß sie Anfang Februar 1990 am Zentralen Runden Tisch, der sich für die Belange russischer Juden einsetzt. Sie selbst kehrte 1949 als Kind mit ihren Eltern aus New York nach Deutschland, Ostberlin, zurück. Nach Abendabitur, Studium der Ökonomie, Soziologie und Volkskunde engagiert sie sich seit 1975 in der Ostberliner Jüdischen Gemeinde. Sie ist Publizistin und Autorin mehrerer Bücher.

Siehe Veranstaltung am 05.12.07

Lena Gorelik
Lena Gorelik ist mit elf Jahren, 26, als jüdischer Kontingentflüchtling aus Russland nach Deutschland gekommen. 2005 erschien ihr autobiographisch gefärbter Debütroman „Meine weißen Nächte“. Sie beschreibt darin das Leben zwischen zwei Kulturen mit liebevoller Leichtigkeit und Humor. 2007 ist ihr zweiter Roman „Hochzeit in Jerusalem“ erschienen. Pressestimmen sagen, ihr Roman sei eine kleine Weltreise durch das so vielfältige jüdische Leben der Gegenwart. Auf wunderbare Weise illustriere sie, welche Herausforderung es sei, mit einer dreifachen Identität zu leben: als Russin, als Deutsche und als Jüdin.

Siehe Lesung am 10.10.07

 
Editoral
Die besonderen „Tage“ im Martin-Buber-Haus
Seite 2

Theaterprojekt
Erziehung zu Toleranz und Verständnis
Seite 3

„Streiter“ für den Frieden
Besuch aus Israel
Seite 3

Interreligiöser Dialog
Vortrag in Heidelberg
Seite 3

Veranstaltungen
Gesamtübersicht
Seite 4

 

Religiöse Festtage 2.Hj. 2007

Jüdische Feste 5767

13./14.09. Rosch HaShana 5768
                 (Neujahr)
22.09. Jom Kippur
           (Versöhnungstag)
27.09.-03.10. Sukkoth
                (Laubhüttenfest)
04.10. Simchat Thora
           (Thora-Freudenfest)
05.12.-12.12. Chanukka
                   (Lichterfest)

Islamische Feste 1428

10.08. Mohammeds Himmelfahrt
12.09.-12.10. Ramadan (Fasten)
13.-15.10. Id al-Fitr
(Fest des Fastenbrechens)

Editorial: Neuigkeiten aus dem Martin-Buber-Haus

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Martin-Buber-Hauses
und des Internationalen Rates der Christen und Juden,

mit dem heutigen Rundbrief aus dem Martin-Buber-Haus möchte ich Ihnen das Programm des Internationalen Rats der Christen und Juden für das zweite Halbjahr 2007 vorstellen. Dem Thema der jüdischen Einwanderung in Deutschland widmen wir zwei Vorträge, um diese „neue“ Bevölkerungsgruppe ins Bewusstsein zu bringen.

Siehe Thema Titelseite

European Heritage Days – „Tag des offenen Denkmals“
Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Martin-Buber-Haus wieder am europaweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, dem 09. September. Das Thema lautet in diesem Jahr „Orte der Einkehr und des Gebets. Historische Sakralbauten“. Es werden dieses Mal so viele Veranstaltungen angeboten wie noch nie. Seit Anfang August steht dieses Angebot für jeden abrufbar im Internet unter www.tag-desoffenen-denkmals.de. Auch wenn das Martin-Buber-Haus im engeren Sinne nicht unbedingt zu dieser Art Gebäude gehört, würden wir uns freuen, wenn Sie die Gelegenheit zu einem Besuch im Haus zwischen 11.00 und 16.00 Uhr nutzen würden. Viele von Ihnen haben voraussichtlich den im letzten Oktober eröffneten neuen Teil der Martin Buber-Ausstellung noch nicht gesehen. Um 11.00 und um 14.00 Uhr bieten wir entsprechende Führungen an. Die Zeitung zum „Tag des offenen Denkmals“ in Hessen kann kostenlos vormittags im Martin-Buber- Haus abgeholt werden.

Siehe Programm Seite 4

Literaturland Hessen - Rückblick auf einen Tag für die Literatur
Der erste hessenweite „Tag für die Literatur“ lockte am 6. Mai mehr als 20.000 BesucherInnen in die Dichterhäuser, Bibliotheken, Archive, Museen und Schulen unserer Region. hr2 begleitete den hessenweiten „Tag für die Literatur“ mit einem Radiotag. Von 6 bis 24 Uhr war hr2 unterwegs und sendete Gespräche, Reportagen, Lesungen und Beiträge zu den politischen, komischen, touristischen und romantischen Seiten der hessischen Literatur. Die mitgeschnittenen Radiobeiträge können Sie sich im Internet anhören unter www.hr-online.de/website/specials/ literaturland/index.jsp?rubrik=24018

Unter dem Motto „Von Engeln, Geistern und Dämonen“ standen die Lesungen von mythischen Texten des Schriftstellerpaares Paula und Martin Buber im Martin-Buber- Haus. In beeindruckender Weise gelang es der Opernsängerin Dorothee Reingardt und dem Schauspieler Walter Renneisen die von den Texten ausgehende Stimmung ins Martin-Buber-Haus zu holen! Die Worte wurden getragen von der Klaviermusik Robert Schumanns und Eric Sarties, gespielt durch den litauischen Pianisten Leonid Dorfman. Beide Veranstaltungen sind im Martin-Buber-Haus auf begeisterte Resonanz gestoßen. Wir danken den KünstlerInnen für ihre engagierte Mitwirkung und dem Publikum für die interessierte Teilnahme.

Literaturland Hessen - Das Projekt
Auf Initiative des Hessischen Rundfunks mit seinem Kulturprogramm hr2, des HMWK und des Hessischen Literaturrats wurde im Jahr 2004 das Gemeinschaftsprojekt Literaturland Hessen ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, die Literaturtradition des Landes stärker ins Bewusstsein zu holen und nicht zuletzt, die vielen Orte, an denen das literarische Erbe Hessens gepflegt und lebendig gehalten wird, als Ausflugs- und Reiseziele zu erschließen.

Zum neuen Jahr
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Martin- Buber-Hauses und des Internationalen Rates der Christen und Juden wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes neues Jahr 5768.

Theaterprojekt: Erziehung zu Toleranz und Verständnis

„A day in a life“

Gemeinsame Theateraufführung von jüdischen und arabisch-beduinischen Jugendlichen aus Israel

In Kooperation mit der Heppenheimer Christuskirchengemeinde, dem Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau und dem Verein Neve Hanna Kinderhilfe, war es möglich, die Jugendlichen aus Israel auf ihrer Deutschlandreise zu einer Theateraufführung in die Christusgemeinde einzuladen. Das von den Jugendlichen aufgeführte Theaterstück ermöglicht einen Blick auf zwei verschiedene Lebensweisen, auf eine arabischbeduinische Familie und auf die Kinder des jüdischen Kinderheimes Neve Hanna. Das Publikum folgt ihnen während eines Tages, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das Stück zeigt die jeweilige kulturelle Herkunft und vermittelt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Alltag.

Beduinisch-Jüdisches Friedensprojekt
Neve Hanna ist ein Kinderheim in Israel, in dem 65 Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen leben. Erziehung zu Toleranz und Verständnis für fremde Kulturen, Religionen und Völker sind wichtige Leitprinzipien. Der intensive Kontakt zu Arabern aus der Nachbarschaft macht Neve Hanna zu einem ganz besonderen Ort. Seit vielen Jahren finden regelmäßige Treffen von jüdischen Kindern aus Neve Hanna und beduinisch-muslimischen Kindern aus der Wüstenstadt Rahat statt.
Das Friedensprojekt baut eine Brücke zwischen den Kulturen, hilft Vorurteile abzubauen und lässt Freundschaften entstehen.
Die Theaterreise wird vom Verein Neve Hanna Kinderhilfe e. V. aus Spenden finanziert. Daher ist er dringend auf Unterstützung angewiesen!
Spendenkonto: Verein Neve Hanna Kinderhilfe e.V., Postbank Hamburg, Konto-Nr. 303 600 204, BLZ 200 100 20, Stichwort „Theaterreise“

Siehe Theateraufführung am 27.09.07

Reuven Moskovitz - „Streiter“ für den Frieden Vortrag in Heidelberg

Der lange Weg in Nahost

Durch die freundliche Vermittlung der Martin Buber-Schule in Heppenheim ist es gelungen, Herrn Dr. Reuven Moskovitz, Friedensaktivist aus Israel, während seiner Deutschlandreise für einen Vortrag zu gewinnen. Bekannt ist Moskovitz hierzulande durch politische Stellungnahmen zum Nahostkonflikt und durch sein Buch «Der lange Weg zum Frieden», das inzwischen in fünfter Auflage erschienen ist. 2003 wurde er mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Seit fast 40 Jahren warnt er vor der Gefahr des eskalierenden Terrors und Gegenterrors im Nahen Osten. Von Anfang an engagierte er sich in der israelischen Friedensbewegung und wurde nach dem Sechstagekrieg 1967 Sekretär der neu entstandenen Bewegung «Für Frieden und Sicherheit», die sich gegen die Annexion der besetzten Gebiete und für eine sofortige Lösung des Flüchtlingsproblems, die gegenseitige Anerkennung Israels und der arabischen Staaten sowie das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung einsetzte. Er ist Gründer oder Mitbegründer mehrerer Organisationen zur praktischen Friedensarbeit in Israel. So ist er Mitbegründer des 1972 gegründeten Friedensdorfes Neve Shalom/ Wahat al Salam in Israel, in dem er selber gelebt hat. Im Friedensdorf leben israelische Juden und Palästinenser gleichberechtigt zusammenleben. Es gibt eine zweisprachige Grundschule und eine Friedensschule, in der in gemeinsamer Seminararbeit das friedliche Zusammenleben eingeübt wird.

Siehe Vortrag am 14.11.07

Interreligiöser Dialog

Die Stadt Heidelberg fördert seit vielen Jahren die Arbeit des Internationalen Rats der Christen und Juden im Martin-Buber- Haus in Heppenheim. In gemeinsamer Kooperation sollen zukünftig zweimal pro Jahr Vorträge zum interreligiösen Dialog in Heidelberg stattfinden. Zum Auftakt dieser neuen Form der Zusammenarbeit spricht Gemeindepfarrer Friedhelm Pieper in den Räumen der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg zum Thema „Martin Buber und der interreligiöse Dialog“. Pieper schöpft als ehemaliger Generalsekretär des ICCJ aus einem großen Erfahrungsschatz interreligiöser Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Er versteht es, inhaltliche Verbindungslinien zwischen der „Philosophie“ des Dialogs wie Martin Buber sie entwickelt hat und der praktischen Dialogarbeit mit VertreterInnen verschiedener Denominationen von Judentum, Christentum und Islam herzustellen.

Siehe Vortrag am 23.10.07

 


Martin-Buber-Haus Veranstaltungsreihe 2. Halbjahr 2007

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