
| Thema: Jüdische Einwanderung in Deutschland
| Inhalte
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Das kleine Wunder einer grossen Einwanderung
Seit Ende der Achtziger Jahre
kommen jüdische Zuwanderer
aus den Nachfolgestaaten der
ehemaligen Sowjetunion nach
Deutschland. Die Aufnahme in
die Bundesrepublik Deutschland
ist an bestimmte Voraussetzungen
gebunden: Jüdische Abstammung/
Bekenntnis, Deutschkenntnisse,
Integrationsprognose
und Aufnahmemöglichkeit in
einer jüdischen Gemeinde.
Das Thema „jüdische Einwanderung“
hat viele Facetten. Zunächst
könnten Überlegungen nach der
gesellschaftspolitischen Verantwortung
des deutschen Staats gegenüber
bedroht lebenden Juden angestellt
werden. Die politischen
Regelungen zu Aufnahmevoraussetzungen
und Kontingenten werden
je nach „politischer Großwetterlage“
verändert. Die halachische
Frage „Wer ist Jude?“ bleibt dabei
nicht unberührt. Welche Implikationen
bringt die Einwanderung für die
jüdischen Gemeinden in Deutschland?
Sind sie ihr einziger Wachstumsgarant
auch wenn weniger als
die Hälfte der Einwanderer überhaupt
nur Mitglied werden? Welches
gesellschaftliche Potenzial
steckt in diesen Menschen? Welche
persönlichen Schicksale stehen
dahinter? In zwei Veranstaltungen
werden diese Fragen aus
verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Dr. Irene Runge
Dass viele Juden aus der ehemaligen
Sowjetunion einwandern konnten, ist
auch ein Verdienst von Frau Dr. Irene
Runge. Als Gründungsmitglied "Jüdischer
Kulturverein Berlin" saß sie Anfang
Februar 1990 am Zentralen Runden
Tisch, der sich für die Belange russischer
Juden einsetzt. Sie selbst kehrte
1949 als Kind mit ihren Eltern aus New
York nach Deutschland, Ostberlin, zurück.
Nach Abendabitur, Studium der
Ökonomie, Soziologie und Volkskunde
engagiert sie sich seit 1975 in der Ostberliner
Jüdischen Gemeinde. Sie ist
Publizistin und Autorin mehrerer Bücher.
Siehe Veranstaltung am 05.12.07
Lena Gorelik
Lena Gorelik ist mit elf Jahren, 26, als
jüdischer Kontingentflüchtling aus Russland
nach Deutschland gekommen.
2005 erschien ihr autobiographisch gefärbter
Debütroman „Meine weißen
Nächte“. Sie beschreibt darin das Leben
zwischen zwei Kulturen mit liebevoller
Leichtigkeit und Humor. 2007 ist ihr
zweiter Roman „Hochzeit in Jerusalem“
erschienen. Pressestimmen sagen, ihr
Roman sei eine kleine Weltreise durch
das so vielfältige jüdische Leben der
Gegenwart. Auf wunderbare Weise illustriere
sie, welche Herausforderung es
sei, mit einer dreifachen Identität zu leben:
als Russin, als Deutsche und als
Jüdin.
Siehe Lesung am 10.10.07
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Editoral Die besonderen „Tage“ im Martin-Buber-Haus | Seite 2
| Theaterprojekt Erziehung zu Toleranz und Verständnis | Seite 3
| „Streiter“ für den Frieden Besuch aus Israel | Seite 3
| Interreligiöser Dialog Vortrag in Heidelberg | Seite 3
| Veranstaltungen Gesamtübersicht | | Seite 4
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Religiöse Festtage 2.Hj. 2007
Jüdische Feste 5767
- 13./14.09. Rosch HaShana 5768
(Neujahr)
- 22.09. Jom Kippur
(Versöhnungstag)
- 27.09.-03.10. Sukkoth
(Laubhüttenfest)
- 04.10. Simchat Thora
(Thora-Freudenfest)
- 05.12.-12.12. Chanukka
(Lichterfest)
Islamische Feste 1428
- 10.08. Mohammeds Himmelfahrt
- 12.09.-12.10. Ramadan (Fasten)
- 13.-15.10. Id al-Fitr
(Fest des Fastenbrechens)
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Editorial: Neuigkeiten aus dem Martin-Buber-Haus
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Martin-Buber-Hauses
und des Internationalen Rates der Christen und Juden,
mit dem heutigen Rundbrief aus
dem Martin-Buber-Haus möchte ich
Ihnen das Programm des Internationalen
Rats der Christen und Juden
für das zweite Halbjahr 2007 vorstellen.
Dem Thema der jüdischen Einwanderung
in Deutschland widmen
wir zwei Vorträge, um diese „neue“
Bevölkerungsgruppe ins Bewusstsein
zu bringen.
Siehe Thema Titelseite
European Heritage Days –
„Tag des offenen Denkmals“
Auch in diesem Jahr beteiligt sich
das Martin-Buber-Haus wieder am
europaweiten Tag des offenen
Denkmals am Sonntag, dem 09.
September. Das Thema lautet in
diesem Jahr „Orte der Einkehr und
des Gebets. Historische Sakralbauten“.
Es werden dieses Mal so viele
Veranstaltungen angeboten wie
noch nie. Seit Anfang August steht
dieses Angebot für jeden abrufbar
im Internet unter www.tag-desoffenen-denkmals.de.
Auch wenn das Martin-Buber-Haus
im engeren Sinne nicht unbedingt zu
dieser Art Gebäude gehört, würden
wir uns freuen, wenn Sie die Gelegenheit
zu einem Besuch im Haus
zwischen 11.00 und 16.00 Uhr nutzen
würden. Viele von Ihnen haben
voraussichtlich den im letzten Oktober
eröffneten neuen Teil der Martin
Buber-Ausstellung noch nicht gesehen.
Um 11.00 und um 14.00 Uhr
bieten wir entsprechende Führungen
an. Die Zeitung zum „Tag des offenen
Denkmals“ in Hessen kann kostenlos
vormittags im Martin-Buber-
Haus abgeholt werden.
Siehe Programm Seite 4
Literaturland Hessen -
Rückblick auf einen Tag für die Literatur
Der erste hessenweite „Tag für die Literatur“
lockte am 6. Mai mehr als 20.000 BesucherInnen
in die Dichterhäuser, Bibliotheken,
Archive, Museen und Schulen unserer
Region. hr2 begleitete den hessenweiten
„Tag für die Literatur“ mit einem
Radiotag. Von 6 bis 24 Uhr war hr2 unterwegs
und sendete Gespräche, Reportagen,
Lesungen und Beiträge zu den politischen,
komischen, touristischen und romantischen
Seiten der hessischen Literatur.
Die mitgeschnittenen Radiobeiträge
können Sie sich im Internet anhören unter
www.hr-online.de/website/specials/
literaturland/index.jsp?rubrik=24018
Unter dem Motto „Von Engeln, Geistern
und Dämonen“ standen die Lesungen von
mythischen Texten des Schriftstellerpaares
Paula und Martin Buber im Martin-Buber-
Haus. In beeindruckender Weise gelang es
der Opernsängerin Dorothee Reingardt
und dem Schauspieler Walter Renneisen
die von den Texten ausgehende Stimmung
ins Martin-Buber-Haus zu holen! Die Worte
wurden getragen von der Klaviermusik
Robert Schumanns und Eric Sarties, gespielt
durch den litauischen Pianisten Leonid
Dorfman. Beide Veranstaltungen sind
im Martin-Buber-Haus auf begeisterte Resonanz
gestoßen. Wir danken den KünstlerInnen
für ihre engagierte Mitwirkung und
dem Publikum für die interessierte Teilnahme.
Literaturland Hessen - Das Projekt
Auf Initiative des Hessischen Rundfunks
mit seinem Kulturprogramm hr2, des
HMWK und des Hessischen Literaturrats
wurde im Jahr 2004 das Gemeinschaftsprojekt
Literaturland Hessen ins Leben gerufen.
Ziel dieser Initiative ist es, die Literaturtradition
des Landes stärker ins Bewusstsein
zu holen und nicht zuletzt, die
vielen Orte, an denen das
literarische Erbe Hessens
gepflegt und lebendig gehalten
wird, als Ausflugs- und
Reiseziele zu erschließen.
Zum neuen Jahr
Die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Martin-
Buber-Hauses und des Internationalen
Rates der
Christen und Juden wünschen
Ihnen und Ihren Familien
ein gesegnetes neues
Jahr 5768.
Theaterprojekt: Erziehung zu Toleranz und Verständnis
„A day in a life“
Gemeinsame Theateraufführung von jüdischen und arabisch-beduinischen Jugendlichen aus Israel
In Kooperation mit der Heppenheimer Christuskirchengemeinde,
dem Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen
und Nassau und dem Verein Neve Hanna Kinderhilfe,
war es möglich, die Jugendlichen aus Israel auf ihrer
Deutschlandreise zu einer Theateraufführung in die
Christusgemeinde einzuladen. Das von den Jugendlichen
aufgeführte Theaterstück ermöglicht einen Blick auf
zwei verschiedene Lebensweisen, auf eine arabischbeduinische
Familie und auf die Kinder des jüdischen
Kinderheimes Neve Hanna. Das Publikum folgt ihnen
während eines Tages, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Das Stück zeigt die jeweilige kulturelle Herkunft
und vermittelt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im
Alltag.
Beduinisch-Jüdisches Friedensprojekt
Neve Hanna ist ein Kinderheim in Israel, in dem 65 Kinder
und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen
leben. Erziehung zu Toleranz und Verständnis für
fremde Kulturen, Religionen und Völker sind wichtige
Leitprinzipien. Der intensive Kontakt zu Arabern
aus der Nachbarschaft macht Neve Hanna zu einem
ganz besonderen Ort. Seit vielen Jahren finden regelmäßige
Treffen von jüdischen Kindern aus Neve
Hanna und beduinisch-muslimischen Kindern aus
der Wüstenstadt Rahat statt.
Das Friedensprojekt baut eine Brücke zwischen den
Kulturen, hilft Vorurteile abzubauen und lässt
Freundschaften entstehen.
Die Theaterreise wird vom Verein Neve Hanna Kinderhilfe
e. V. aus Spenden finanziert. Daher ist er
dringend auf Unterstützung angewiesen!
Spendenkonto: Verein Neve Hanna Kinderhilfe e.V.,
Postbank Hamburg, Konto-Nr. 303 600 204, BLZ
200 100 20, Stichwort „Theaterreise“
Siehe Theateraufführung am 27.09.07
| Reuven Moskovitz - „Streiter“ für den Frieden
| Vortrag in Heidelberg
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Der lange Weg in Nahost
Durch die freundliche Vermittlung der Martin Buber-Schule in Heppenheim
ist es gelungen, Herrn Dr. Reuven Moskovitz, Friedensaktivist
aus Israel, während seiner Deutschlandreise für einen Vortrag
zu gewinnen. Bekannt ist Moskovitz hierzulande durch politische
Stellungnahmen zum Nahostkonflikt und durch sein Buch «Der lange
Weg zum Frieden», das inzwischen in fünfter Auflage erschienen
ist. 2003 wurde er mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.
Seit fast 40 Jahren warnt er vor der Gefahr des eskalierenden
Terrors und Gegenterrors im Nahen Osten. Von Anfang an
engagierte er sich in der israelischen Friedensbewegung und wurde
nach dem Sechstagekrieg 1967 Sekretär der neu entstandenen
Bewegung «Für Frieden und Sicherheit», die sich gegen die Annexion
der besetzten Gebiete und für eine sofortige Lösung des
Flüchtlingsproblems, die gegenseitige Anerkennung Israels und der
arabischen Staaten sowie das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung
einsetzte. Er ist Gründer oder Mitbegründer mehrerer
Organisationen zur praktischen Friedensarbeit in Israel. So ist er
Mitbegründer des 1972 gegründeten Friedensdorfes Neve Shalom/
Wahat al Salam in Israel, in dem er selber gelebt hat. Im Friedensdorf
leben israelische Juden und Palästinenser gleichberechtigt
zusammenleben. Es gibt eine zweisprachige Grundschule und
eine Friedensschule, in der in gemeinsamer Seminararbeit das
friedliche Zusammenleben eingeübt wird.
Siehe Vortrag am 14.11.07
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Interreligiöser Dialog
Die Stadt Heidelberg fördert seit vielen
Jahren die Arbeit des Internationalen Rats
der Christen und Juden im Martin-Buber-
Haus in Heppenheim. In gemeinsamer Kooperation
sollen zukünftig zweimal pro
Jahr Vorträge zum interreligiösen Dialog in
Heidelberg stattfinden. Zum Auftakt dieser
neuen Form der Zusammenarbeit spricht
Gemeindepfarrer Friedhelm Pieper in den
Räumen der Hochschule für Jüdische Studien
in Heidelberg zum Thema „Martin Buber
und der interreligiöse Dialog“. Pieper
schöpft als ehemaliger Generalsekretär
des ICCJ aus einem großen Erfahrungsschatz
interreligiöser Zusammenarbeit auf
internationaler Ebene. Er versteht es, inhaltliche
Verbindungslinien zwischen der
„Philosophie“ des Dialogs wie Martin Buber
sie entwickelt hat und der praktischen Dialogarbeit
mit VertreterInnen verschiedener
Denominationen von Judentum, Christentum
und Islam herzustellen.
Siehe Vortrag am 23.10.07
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Martin-Buber-Haus Veranstaltungsreihe 2. Halbjahr 2007
.pdf version
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