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Beilage zum Rundbrief 1. Halbjahr 2006

Pressetext
Johannes Gerster, Meine Briefe aus Jerusalem

Oktober 2005

Im Juni 1997 ging Johannes Gerster als Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Jerusalem. Im Januar 2006 wird er nach knapp neun Jahren zurückkehren.
Hinter ihm liegen dann neun Jahre in einem der umkämpftesten Krisengebiete der Welt. Während dieses Zeitraums hat er das Auf und Ab im Nahen Osten aus nächster Nähe erlebt: das Wye-Abkommen (1998), das Ergänzungsabkommen Wye II (1999), aber auch den Beginn der Al-Aksa-Intifada (2000), den Bau des Grenzzaunes („Mauer“) zwischen Israelis und Palästinensern und die Räumung der israelischen Siedlungen im Gazastreifen.

Gerster hat bei seiner Arbeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung vielerlei Rückschläge hinnehmen müssen, aber er kann – zusammen mit Partnern – auch Erfolge verbuchen: Ein israelisch-palästinensisches Lehrerfortbildungsprogramm wurde ins Leben gerufen, ebenso wie israelisch-palästinensische Studentenseminare an der Hebräischen Universität und der Al-Quds-Universität, das Konrad-Adenauer-Konferenzzentrum wurde im Mai 2001 eröffnet, eine israelisch-palästinensische Wirtschaftsgruppe tagt regelmäßig und Gerster kann eines seiner Lieblingsprojekte verwirklichen: An der Ben-Gurion-Universität werden Eingliederungskurse für junge Beduinen eingerichtet.
Mit seinen 33 Briefen aus Jerusalem legt Johannes Gerster eine erste Bilanz seiner politischen Arbeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem vor: Sehr persönlich, bewegt und authentisch schreibt er zum Beispiel über seine Verzweiflung beim Ausbruch der zweiten Intifada mit einer neuen Gewaltdimension. Oder er beschreibt seine Politik der kleinen Schritte – besser: der kleinsten Schritte! – mit der es manchmal überhaupt nur gelingt, Israelis und Palästinenser zu Gesprächen zusammenzubringen.

Daneben beobachtet Gerster mit lebhaftem Interesse seine Umgebung. Wie gehen die Leute dort mit der täglichen Gewalt um? Wie leben die deutschstämmigen Juden, die „Jeckes“, in Israel? Wie gehen sie mit Deutschen um? Wie werden die Feste gefeiert? Ganz nebenbei erfahren wir so auch etwas über das Leben des Ehepaares Gerster in Jerusalem. Denn Regina Gerster hat ihren Mann begleitet, sie hat dort Hebräisch gelernt und beide haben ein offenes Haus geführt, das auch für politische Gespräche genutzt wurde.
Es ist diese Mischung aus Nahost-Politik aus nächster Nähe, aus der täglichen Arbeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Hoffnungen, Rückschlägen und Erfolgen und aus den sehr persönlichen Alltags-Beobachtungen, die Johannes Gersters „Meine Briefe aus Jerusalem“ so einmalig, interessant und gut lesbar macht.

Johannes Gerster, Meine Briefe aus Jerusalem. Mit einem Vorwort von Asher Ben-Natan, einer Einführung von Dietmar Schulz und einer ausführlichen Chronologie, Ingelheim: Leinpfad Verlag 2005
ISBN 3-937782-30-3, Hardcover, 160 Seiten, zahlreiche S/W-Fotos, 12,90 €

Erscheint am 3.11.2005

Angelika Schulz-Parthu,
Leinpfad Verlag


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