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Martin-Buber-Haus - Rundbrief 1/2003

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Martin-Buber-Hauses und
des Internationalen Rates der Christen und Juden!



Wir freuen uns, Ihnen heute das Programm des Martin-Buber-Hauses für die erste Jahreshälfte 2003 präsentieren zu können.

Martin Buber wäre am 08. Februar 2003 125 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, uns in diesem Halbjahr wieder einmal auf den biographischen und literarischen Spuren Martin Bubers zu bewegen.

Veranstaltungsreihe

"Auf den Spuren Martin Bubers!"
Zum Jubiläumsjahr seines 125. Geburtstages.


Für Samstag, den 08. Februar 2003 haben wir eine Reihe von Einzelveranstaltungen mit verschiedenen Partnern geplant.

Stadtführung

Herr Jost, Archivar der Stadt Heppenheim, wird mit einer Stadtführung "Auf den Spuren Bubers in Heppenheim" am Stadtmuseum beginnen. Dort wird eine kleine Ausstellung mit Archivexponaten zu Martin Buber zu sehen sein.

Empfang

Der Rundgang endet im Martin-Buber-Haus, wo Sie der Generalsekretär des Internationalen Rates der Christen und Juden, Pfarrer Friedhelm Pieper, zu einem kleinen Empfang bei Kaffee und Kuchen begrüßen wird. Nach einer kurzen Ansprache, "Martin Bubers dialogisches Denken und der interreligiöse Dialog", wird die Ausstellung "Who is MB?" eröffnet.

Ausstellung

Die Ausstellungstafeln sind auf Initiative des Arbeitskreises "Kirche und Israel" der evangelischen Kirche Hessen und Nassau durch Herrn Hans-Georg Vorndran erstellt worden. Sie wurden vor allem für Schulen und Kirchengemeinden als Objekte zur Ausleihe entwickelt.

Filme

Anschließend sind Sie zur Vorführung des 16mm-Films "Ich stoße das Fenster auf..." Leben und Werk des jüdischen Philosophen Martin Buber, von Richard R. Rimmel aus dem Jahre 1982 in die Kapelle des 'Haus am Maiberg' eingeladen.
An dieser Stelle möchten wir Herrn Titus Möllenbeck für die Zusammenarbeit mit der katholischen Bildungsstätte 'Haus am Maiberg' und die Koordination des Tages mit der 'Pädagogischen Sektion' der Martin Buber-Gesellschaft herzlich danken, die an diesem Wochenende im 'Haus am Maiberg' tagt.


Dialog

Prof. emer. und Pfarrer Dr. Werner Licharz wird im April aufzeigen, wie sich Martin Bubers Gedanken zum Dialog aus seinen Untersuchungen über den Chassidismus heraus entwickelt haben.


Buchvorstellung

Der Leiter des Stadtarchivs und Politikwissenschaftler, Harald E. Jost, schreibt derzeit zusammen mit dem Begründer und Vorsitzenden der Martin Buber-Gesellschaft, Lothar Stiehm, an einem Buch über Martin Bubers Jahre in Heppenheim. Im Mai wird Herr Jost einen Einblick in den vom ihm erstellten biographischen Teil des Werkes geben. Neben den Umständen, die den Weg Martin Bubers und seiner Familie an die Bergstraße geführt haben, den ruhigen Jahren in einem Schriftsteller-Haushalt, wird auch die bedrückende Zeit im aufsteigenden NS-Staat mit stärker werdenden Repressalien beschrieben. Herr Jost wird darstellen, wie sich diese Heppenheimer Geschehnisse und Strukturen im 1953 unter dem Pseudonym 'Georg Munk' erschienenen Roman "Muckensturm" von Paula Buber widerspiegeln.


Bibelübersetzung

Den Abschluß der Reihe bildet im Juni ein Abend, der der Bibelübersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig gewidmet ist. Prof. emer. Dr. Rudolf Mack, Evangelische Fachhochschule Freiburg, wird nach einer Einführung in die grundsätzliche Vorgehensweise und die Prämissen der Übersetzer konkrete Textbeispiele mit anderen Übersetzungen vergleichen, um die verblüffende Nähe zum hebräischen Original aufzuzeigen.


Zeitzeuge

Zum Auftakt unserer Veranstaltungsreihe dürfen wir im Januar den jüdischen Zeitzeugen Herrn Fred Schwarz aus den Niederlanden begrüßen. Er wird von seiner Flucht und Inhaftierung als Jugendlicher im Nationalsozialismus erzählen. Dieser Weg verschlug ihn kurzfristig auch nach Heppenheim. Seine Erlebnisse schrieb er im autobiographischen Buch "Züge auf falschem Gleis" nieder.


Vortrag

Im März findet wieder die Vorstandssitzung des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ) in Heppenheim statt. In diesem Rahmen laden wir zu einem weiteren Vortrag in den Kurfürstensaal ein. Bitte entnehmen Sie die genauen Daten aus der Tagespresse oder rufen Sie uns an.


Rückblick

Im Mittelpunkt jedes Vortrages der vorangegangenen Reihe stand eine bedeutende deutsche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, von der aber weitgehend nicht bekannt war, dass diese Person jüdischen Glaubens war.

"Deutsche Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und der Einfluss ihrer jüdischen Identität auf Leben und Werk."
Schriftsteller - Musiker - Philosoph - Politiker


Neben einer allgemeinen biographischen Würdigung des Lebens und Arbeitens dieser Menschen wurde besonderes Augenmerk auf den äußeren und inneren Einfluss ihres jüdischen Glaubens bzw. ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Volk gelegt. Nicht selten wurden sie selbst erst durch negative Sanktionen ihrer Umwelt wieder an ihre jüdische Abstammung erinnert.
Am Beispiel des Schriftstellers Arthur Schnitzler, des Musikers Arnold Schönberg, des Philosophen Ernst Bloch und des Politikers Walther Rathenau wurde dieses komplexe Zusammenspiel von deutscher und jüdischer Identität untersucht. Eine Zusammenfassung des Vortrages über Walther Rathenau entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Zeitungsbericht.


Tag des offenen Denkmals

Am "Tag des offenen Denkmals", der in Hessen im Jahr 2002 unter dem Motto "Jüdisches Leben und seine Kultur in Hessen" ausgerichtet wurde, stand Ihnen das Martin-Buber-Haus ganztägig für Besuche zur Verfügung. Im Anschluss an Stadtführungen "Auf den Spuren Martin Bubers in Heppenheim" durch den Stadtarchivar Herrn Jost nahmen erfreulich viele BesucherInnen auch an Führungen im Martin-Buber-Haus teil. Wir danken unseren ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, Silke Rittmann und Roland Röttgen, für die kompetente Unterstützung an diesem Tag.


WIZO-Bazar

Auch im Jahr 2002 fand der WIZO-Basar mit dem Verkauf von israelischen Produkten wieder im Martin-Buber-Haus statt. Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen der Women´s International Zionist Organisation (WIZO), Frankfurt, konnten Dank Ihrer Hilfe den Erlös traditionell dem Theodor-Heuss-Haus, dem einzigen Müttergenesungsheim in Israel, zu Gute kommen lassen.


Bibliothek

Wir möchten Ihnen im Folgenden die aktuellen Neuzugänge unserer Bibliothek vorstellen. Diese Bücher können für sechs Wochen ausgeliehen werden. Mit Hilfe unseres Bibliotheksprogramms ist eine systematische und gezielte Suche von Büchern möglich. Nach Terminabsprache berate und unterstütze ich Sie gern bei Ihrer Recherche.

1. Fred Schwarz, Züge auf falschem Gleis, Wien 20003.
2. Werner Licharz, Jacobus Schoneveld (Hrsg.), Neu auf die Bibel hören. Die Bibelverdeutschung von Buber/Rosenzweig - heute. Sieben Beiträge zum Verstehen, Gerlingen 1996.
3. Imre Kertész, Roman eines Schicksallosen, Hamburg 20026.
4. Carsten Peter Thiede, Urs Stinglin, Die Wurzeln des Antisemitismus. Judenfeindschaft in der Antike, im frühen Christentum und im Koran, Basel 20023.
5. Eckhart Gottwald, Dirk Chr. Siedler (Hrsg.), "Islamische Unterweisung" in Deutscher Sprache, Eine erste Zwischenbilanz des Schulversuchs in Nordrhein-Westfalen, Neukirchen-Vluyn 2001.
6. Folkert Rickers, Eckart Gottwald (Hrsg.), Vom Religiösen zum Interreligiösen Lernen, Wie Angehörige verschiedener Konfessionen lernen, Möglichkeit und Grenzen interreligiöser Verständigung, Neukirchen-Vluyn 1998.
7. Gerhard J. Teschner, Die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden am 22. Oktober 1940, Vorgeschichte und Durchführung der Deportation und das weitere Schicksal der Deportierten bis zum Kriegsende im Kontext der deutschen und französischen Judenpolitik, Frankfurt a.M. 2002.
8. Ingeborg Prior, Der Clown und die Zirkusreiterin, Eine Liebe in finsterer Zeit, München 1999.
9. Ulrich Lilienthal, Lothar Stiehm (Hrsg.), Den Menschen zugewandt leben, Eine Festschrift für Werner Licharz, Osnabrück 1999.


Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Martin-Buber-Hauses und der Internationale Rat der Christen und Juden wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes neues Jahr 2003.

Ich grüße Sie herzlich!

Andrea Thiemann
Regionale Bildungsarbeit
Martin-Buber-Haus
E-Mail: Andrea.Thiemann1@epost.de


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