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INTERNATIONALER RAT DER CHRISTEN UND JUDENE-Bulletin Nr. 9
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Inhalt:
ICCJ, Internationaler Rat der Christen und Juden:Der ICCJ ist ein weltweites Netzwerk, das
Auszeichnung für Ruth Weyl
Wir können dieses ICCJ Bulletin mit nichts anderem als der Auszeichnung für die ICCJ-Beraterin, Frau Ruth Weyl, beginnen, die der deutsche Bundespräsident Dr. Horst Köhler ihr in Anerkennung ihrer Verdienste um die deutsch-jüdische und die christlich-jüdische Verständigung verlieh. In einer bewegenden Zeremonie im Schloß Bellevue, dem Amtssitz des Präsidenten in Berlin, erhielt Ruth Weyl am 6. Oktober anlässlich der Feier der deutschen Wiedervereinigung das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ebenfalls anwesend waren der ICCJ Schatzmeister, Herr Professor Abi Pitum, der Generalsekretär Herr Dick Pruiksma und der frühere Botschafter Herr Peter von Butler, Mitglied unseres Beratungsgremiums. Nach der Verleihung lud der ICCJ zusammen mit dem Geiger Institute der Universität Potsdam, vertreten durch Rabbiner Walter Homolka, Ruth Weyl und einen kleinen Kreis ihrer Freunde zu einem Mittagessen in ein Berliner Restaurant ein. Es ist unmöglich, alle Aktivitäten von Ruth als ICCJ-Beraterin, und alle Funktionen (u.a. kommissarische Generalsekretärin), die sie innehatte seit sie mit ihrem geliebten William (Bill) Simpson für den ICCJ zu arbeiten begann, hier aufzuzählen. Die Laudatio des deutschen Bundespräsidenten endete bezeichnenderweise wie folgt: „Als unermüdliche Brückenbauerin zwischen Deutschland und jüdischen Einrichtungen in Großbritannien, Israel und anderen Staaten hat sie die Herzen unzähliger Menschen auf der ganzen Welt erreicht“. Sie hat den Orden wirklich verdient – Herzlichen Glückwunsch, Ruth!
Die neue ICCJ Präsidentin, Dr. Debbie Weissman, stellt sich vorAnlässlich der Mitgliederversammlung 2008 in Jerusalem wurde ein neuer Vorstand gewählt. Dr. Deborah (Debbie) Weissman wurde einstimmig zur ICCJ Präsidentin für die nächsten 3 Jahre gewählt. Wir haben Sie gebeten, sich kurz vorzustellen:
„Obwohl ich erst seit etwa zwei Jahren im ICCJ aktiv bin, als Teilnehmerin an den Konferenzen in Wien und Sydney und Co-Vorsitzende der Jahreskonferenz in Jerusalem, begann mein Engagement im internationalen interreligiösen Dialog schon im Jahr 1988. Viele Jahre war es eine geliebte “Nebenbeschäftigung”, in den letzten Jahren wurde es zum Mittelpunkt meines Lebens. Meine kürzlich erfolgte Wahl zur Präsidentin des ICCJ ist eine große Auszeichnung und ein großes Privileg, für das ich sehr dankbar bin. Ich bin in den USA geboren und aufgewachsen, lebe aber seit 1972 in Israel. Meine ersten beiden akademischen Abschlüsse habe ich in Soziologie gemacht, meinen Doktortitel im Fach jüdische Erziehung wurde mir von der Hebrew University verliehen. Das Thema meiner Dissertation lautet „Sozialgeschichte der Ausbildung jüdischer Frauen“ und verbindet die Fächer Soziologie, Erziehungswissenschaften und Frauenstudien. Ich habe in verschiedenen Bereichen der Erziehungswissenschaften gearbeitet, u.a. war ich 9 Jahre lang Direktorin eines Ausbildungsinstituts für Lehrer an weiterführenden israelischen Schulen. Ich war auch Ausbildungsoffizierin in der israelischen Armee. In den letzten Jahren unterrichte ich schwerpunktmäßig christliche Gruppen aus aller Welt, die zum Studium nach Israel kommen. Ich unterrichte sie in Judaistik und bringe ihnen Israel näher. Ich bin Co-Vorsitzende des Interreligiösen Koordinationsausschusses (ICCI- Interreligious Coordinating Council in Israel) und Mitglied in einer interreligiösen Expertenkommission des ÖKR. Desweiteren bin ich in der religiösen-feministischen und der Friedens-Bewegung in Israel aktiv. Ich liebe Reisen und den Kontakt mit Menschen aus aller Welt und freue mich auf die Arbeit in unserer Organisation in den kommenden 3 Jahren. Konferenz in Fribourg/SchweizWenn Sie dieses E-Bulletin lesen, wird ein weiterer bedeutender Schritt in unserem ICCJ-Projekt „Neubewertung des jüdisch-christlichen Dialogs“ an der Universität Fribourg getan worden sein. Ein Gremium von Experten wird den Entwurf eines Dokumentes vorbereitet haben, das anlässlich der Jahreskonferenz 2009 in Berlin veröffentlicht wird. Vor etwa 60 Jahren begann die Geschichte des ICCJ mit einer Notkonferenz zum Thema Anti-Semitismus in Seelisberg in der Schweiz. Ein Jahr später, dieses Jahr vor 60 Jahren, wurde die erste ICCJ Satzung auf einer Konferenz, die von der Universität in Fribourg mit veranstaltet wurde, angenommen. Jetzt konnten wir wieder die Gastfreundschaft unserer Schweizer Freunde genießen. Als Ergebnis der Konferenz in Seelisberg entstanden die sogenannten “10 Seelisberger Thesen“. Jetzt bereitet der ICCJ ein Dokument vor, das wieder eine Reihe von Thesen enthalten wird: Die „Berliner Thesen über die Zukunft des jüdisch-christlichen Dialogs“. In den letzten 60 Jahren hat sich viel verändert. Die „Seelisberger Thesen waren an die christlichen Kirchen gerichtet, die darin zu einer kritischen Selbstprüfung aufgefordert wurden. Jetzt wenden sich Juden und Christen gemeinsam an Christen und Juden. Sie sind Dialogpartner geworden und sprechen ohne Vorbehalte miteinander, nicht nur über den Erfolg des Dialogs, sondern auch über die noch verbliebenen „heißen Eisen“ wie: Gerechtigkeit und Frieden für Israelis und Palästinenser, die theologische Bedeutung des Themas „Das Land“, die Änderungen, die in der jüdischen Sichtweise nötig sind, um den neuen Ansätzen in der christlichen Theologie gerecht zu werden, die anhaltende Notwendigkeit, Anti-Semitismus weltweit zu bekämpfen, usw., usw. Die Berliner Thesen möchten in allen diesen Bereichen neue Richtungen weisen. Hauptredner sind: Bischof Dr. Richard J. Sklba, Vorsitzender des Ausschusses für ökumenische und interreligiöse Angelegenheiten der amerikanischen Bischofskonferenz, Rabbiner Dr. Marc Saperstein, Direktor des Leo Baeck Colleges in London und Dr. Deborah Weissman, ICCJ Präsidentin. Die Beiträge der Teilnehmer werden in Workshops zum Thema „heiße Eisen im heutigen jüdisch-christlichen Dialog“ und zu den sogenannten „Berliner Thesen“ vertieft. Jugendkonferenz auf ZypernDie diesjährige Jugendkonferenz fand vom 1. – 6. Juli in der Nähe des wunderschönen zypriotischen Dorfs Kritou Terra statt. Delegierte aus Israel, Palästina, Ägypten, Schweden, Irland, Deutschland, Iran, Saudi Arabien, USA und Schottland reflektierten anhand verschiedener Aktivitäten die Rolle der Religionen im Friedensprozess. Was uns auf der diesjährigen Konferenz am meisten in Erinnerung blieb, waren unsere Aktivitäten, die auf der Methode des „Theaters der Unterdrückten“ basierten, die von dem brasilianischen Denker Augusto Boal entwickelt wurde. Eine Werkzeug, das viel Spaß machte, der Gruppe aber auch tiefgehende Einsichten brachte. Ein zentraler Punkt unseres Treffens war die tägliche „Chevruta“, in der wir jüdische, christliche und muslimische Texte studierten, die sich um unser zentrales Thema drehten und über die wir in Kleingruppen reflektierten. Wir hatten großen Spaß beim gemeinsamen Shabbatfeiern, als Gruppe die Moschee zu besuchen und einen ökumenischen christlichen Gottesdienst zusammen zu feiern. Wie immer waren lebhafte und fesselnde Diskussionen das Bindeglied unseres Austausches und es war beeindruckend festzustellen, wie das wachsende Vertrauen in der Gruppe zunehmend bedeutungsvolle und ehrliche Kommunikation unter den Teilnehmern möglich machte. Wir freuen uns auf eine ähnlich stimulierende Konferenz nächstes Jahr in Berlin und wir hoffen, dass dort eine Möglichkeit des Dialogs zwischen den Generationen besteht, wenn sich Jugendkonferenz und Jahreskonferenz des ICCJ überlappen. Der Jugendrat möchte sich wie immer bei denen bedanken, die mit ihrer großzügigen Unterstützung unser Treffen möglich gemacht haben, besonders beim Vorstand des ICCJ und den verschiedenen schwedischen Organisationen, die uns Mittel zur Verfügung gestellt haben Vorschau26.-28. Oktober 2008: Auf einer Konferenz mit veranstaltet von der theologischen Fakultät der Universität Fribourg wird die ICCJ Erklärung zur Zukunft des jüdisch-christlichen Dialoges vorbereitet, die auf der ICCJ Jahreskonferenz 2009 in Deutschland veröffentlicht werden soll 4. November: Besuch des ICCJ Generalsekretärs bei unseren Schweizer Freunden 7.-8. Dezember: Teilnahme des ICCJ Generalsekretärs an der Jahreskonferenz unserer amerikanischen Mitgliedsorganisation (Council of Centres on Jewish-Christian Relations) 15.-17. Februar 2009: ICCJ Vorstandssitzung im Schwedischen Theologischen Institut in Jerusalem. 26.-28. Mai: Konferenz in Arad, Rumänien, zur Unterstützung der ICCJ Mitgliedsorganisationen in Mittel- und Osteuropa und Vorbereitung der Gründung einer Mitgliedsorganisation in Rumänien Ende Mai 2009 (!) ICCJ Seminar in Jerusalem zum Thema “Interreligiöser Dialog im Kontext des Nahost-Konflikts“ 5. – 8. Juli 2009 Jahreskonferenz in Berlin. Im Zentrum dieser Konferenz steht das Projekt „Neubewertung des christlich-jüdischen Dialogs und dessen Zukunft“
Spenden an den ICCJ werden gern unter Sparkasse Starkenburg Heppenheim, Konto 121350, BLZ 509 514 69 entgegen genommen. (IBAN: DE20 5095 1569 000 123 50, SWIFT/BIC: HELADEF1HEP)
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