die Notwendigkeit, das jeweilige Narrativ über das Exil zu verstehen; sei es die uralte,
immer noch andauernde und tiefgreifende jüdische Verbindung zwischen einem Volk und
dessen Heimatland, spirituellem Zentrum und Land der Vorsehung
oder die Geschichte der Palästinenser von der ‘Nakba’ (arab. für Katastrophe).
Alle waren sich uneingeschränkt einig, dass die christlichen Partner, nicht nur in Israel sondern weltweit, eine wichtige Rolle im Prozess der gegenseitigen Anerkennung des jeweiligen Narrativ spielen.
Unser Gastgeber, das Interreligious Coordinating Council in Israel, hatte dank seiner einzigartigen Erfahrung ein Programm zusammengestellt, das mit aufschlussreichen Auftaktreden des Rabbiners David Rosen, ehemals ICCJ Präsident und Direktor für interreligiöse Angelegenheiten des American Jewish Committees, des emeritierten Lateinischen Patriarchen H.B: Michel Sabbah und Kadi Muhammad Zibdi begann und auch Besuche bei Instituten einschloss, die in religiöser Versöhnungsarbeit tätig sind.
Neu waren Workshops in Form von Ausflügen, auf denen sich die Teilnehmer ein Bild von den vorherrschenden Sensibilitäten und der Friedens- und Versöhnungsarbeit machen konnten, die in diesem Lande geleistet und über die in der internationalen Presse und anderen Medien sehr selten berichtet werden.
„Vor Ort“ konnten die Teilnehmer die verschiedenen Erzählungen hören, in Erfahrungs-berichten der Dialogpartner, Kinder, Studenten und alteingesessenen Jerusalemer Bürger.
Die Workshops vor Ort beinhalteten folgende Themen:
- Eine christliche Sicht auf den israelisch-palästinensischen Konflikt –Herausforderung und
Chance für den jüdisch-christlichen Dialog.
- Die Rolle der arabischen Christen als zweifache Minderheit und potentielle Brückenbauer
zwischen der muslimischen Minderheit und der israelischen Mehrheit.
- Humanistische Lehren aus dem Holocaust als Ausgangspunkt für den jüdisch-arabischen
Dialog.
- Einführung in die Lehren des Judentums im palästinensischen Kontext;
- Islamstudien für Juden, jüdische Studien für Muslime
- Wie berichten die Medien über die religiöse Dimension des Konflikts;
- Erziehung zur Ko-existenz und Versöhnung anhand von Filmen.
Der Konferenz ging eine Frauenkonferenz voraus, die sich mit dem Beitrag der Frauen zum Frieden befasste.
Ihren Abschluss fand die Konferenz im Biblischen Zoo. Zuerst wurden jüdische, christliche und muslimische Texte zum Thema Tiere gelesen und diskutiert. Danach folgte eine Führung durch den Zoo, in dem sich Juden, Christen, Muslime, Araber, israelische Palästinenser aller Überzeugungen mit ihren Kindern und Familien an Gottes Schöpfung erfreuen.
Danach fassten der ehemalige Präsident Fr. Prof. Dr. John Pawlikowski und die neue Präsidentin Dr. Deborah Weissman die Ereignisse der Konferenz noch einmal im zoo-eigenen Amphitheater zusammen und anschließend genossen alle Teilnehmer ein hervorragendes Abendessen.
Einen ausführlichen Konferenzbericht finden Sie unter: http://www.iccj.org/en/?id=361.
Freunde und Förderer des Martin-Buber-Hauses
Während der Mitgliederversammlung der Freunde und Förderer des Martin-Buber-Hauses, die während der ICCJ Konferenz 2008 in Jerusalem stattfand, wurde das Ziel dieses unabhängigen Vereins grundlegend geändert. Bisher flossen die Gelder der Freunde und Förderer in die Unterstützung der allgemeinen Arbeit des ICCJ. Da sich die finanzielle Situation des ICCJ entscheidend gebessert hat, beschlossen die Freunde und Förderer zukünftig besondere Projekte zu fördern, die der ICCJ und dessen Mitglieder vorschlagen. Besonders die Jugendarbeit des ICCJ soll in Zukunft unterstützt werden.
Helfen Sie jungen Leuten in der ganzen Welt beim Eintritt in den jüdisch-christlichen-muslimischen Dialog. Werden Sie Freund und Förderer! Mehr Information dazu erhalten Sie demnächst.
Seminar in Jerusalem 2009
Im Nachgang zur Jahreskonferenz mit dem Thema “Der Beitrag des christlich-jüdisch-muslimischen Dialogs zum Frieden im Mittleren Osten” soll es Ende Mai 2009 ein 10-tägiges Seminar in Jerusalem geben.
Die Themen, die während der diesjährigen Jahreskonferenz diskutiert wurden, sollen während dieser Studienreise weiter vertieft werden. Das Seminar ist für etwa 20 Teilnehmer konzipiert, die die verschiedenen Mitgliedsorganisationen repräsentieren sollten.
Ob das Seminar stattfindet, hängt vom Interesse möglicher Teilnehmer ab, die sich bis zum 30. September 2008 im Martin Buber Haus melden sollten, wo demnächst weitere Informationen zur Verfügung stehen werden.
Dr. Eva Schulz-Jander: Die Geschichte eines glücklichen Juden
Frau Dr. Eva Schulz-Jander, Verbindungsperson unserer deutschen Mitgliedsorganisation, DKR, hat ein Buch mit dem Titel: ‘Von Kassel nach Haifa. Die Geschichte des glücklichen Juden Hans Mosbacher’ veröffentlicht. Darin erzählt ein Überlebender des Holocaust die Geschichte seines Vaters, Hans Mosbacher, der in Kassel, dem Wohnort von Eva Schulz-Jander lebte, von wo aus er 1937 nach Haifa auswandern musste (ISBN 978-3-933617-33-0).
Vorschau
26.-28. Oktober 2008.: Auf einer Konferenz mit veranstaltet von der theologischen Fakultät der Universität Fribourg wird die ICCJ Erklärung zur Zukunft des jüdisch-christlichen Dialoges vorbereitet, die auf der ICCJ Jahreskonferenz 2009 in Deutschland veröffentlicht werden soll
Ende Mai 2009 (!) ICCJ Seminar in Jerusalem zum Thema “Interreligiöser Dialog im Kontext des Nahost-Konflikts“
5. – 8. July 8 2009 (!) voraussichtliche Daten für die Jahreskonferenz 2009 in Berlin. Im Zentrum dieser Konferenz steht das Projekt „Neubewertung des christlich-jüdischen Dialogs und dessen Zukunft“
Spenden an den ICCJ werden gern unter Sparkasse Starkenburg Heppenheim, Konto 121350, BLZ 509 514 69 entgegen genommen. (IBAN: DE20 5095 1569 000 123 50, SWIFT/BIC: HELADEF1HEP)
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